Monatliches Archiv für Januar, 2007

If I can’t dance to it, it’s not my Globalisierungskritik

Sambarhythmen als taktisch frivoler Ausdruck von Protest

Sei es auf Demonstrationen gegen Weltbankkonferenzen bzw. G8 Gipfel oder am Euromayday, immer öfter tauchen mittlerweile in politischen bzw. globalisierungskritischen Kundgebungen in Europa schillernd bunte Gruppen auf, die die Demonstration in eine Art Karneval verwandeln. Armeen rebellischer Clowns tanzen gemeinsam mit radikalen Cheerleadern zu den Trommelrhythmen politischer Sambagruppen. Als “Tactical Frivolity” bezeichnen sie ihre Strategie, mit der sie Polizei und Öffentlichkeit verwirren möchten und gleichsam einen Kontrapunkt setzen zu gewaltbereiten schwarzen Blocks oder militanten fahnenschwingenden, parolenschreienden DemonstrantInnen. Women on Air geht in dieser Sendung insbesondere der Frage nach, warum denn ausgerechnet Samba so eine bedeutende Rolle in der neuen bunten globaliserungskritischen Bewegungen spielt. Ist Samba etwa eine politische Musik? Wird bzw. wurde sie auch in Brasilien als Ausdruck von Protest eingesetzt? Ulla Ebner sprach mit taktisch frivolen SambatrommlerInnen aus Berlin und Wien darüber, was Partystimmung auf einer politschen Kundgebung zu suchen hat, wieso Samba auf die Straße gehört und warum PolizistInnen Sambagruppen lieben und einzelne MitbürgerInnen manchmal auch verstört reagieren.

Sendungsgestaltung: Ulla Ebner

Webtipps:

SambAttac

Rythms of Resistance - Action Samba Band Berlin
Rythms of Resistancee

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Pacha Mama - Ein Ritual aus den Anden: Ein Interview mit Maresa Pirker

Für die Völker der Anden ist Pachamama oder Mama Pacha die als Göttin verehrte, personifizierte Mutter Erde und somit die Fruchtbarkeitsgöttin. Pacha ist in der Quechua-Sprache das Wort für Erde oder Welt, Mama bedeutet Mutter. Von 15. bis 17. September 2006 veranstaltet der Verein Pacha Mama den Kongress Gesundheit und Spiritualität in Wien. Die Heiler und Schamanen kamen aus der ganzen Welt und hielten Vorträge und Workshops ab, in denen den Teilnehmern die Gelegenheit geboten wurde die Heilrituale alter Traditionen kennen zu lernen. Women in Air sprach mit Maresa Pirker vom Verein “Pacha Mama” über die Hintergründe, die Idee und Ihren Zugang zur alten Tradition der Inkas durch K`anchaq Uma Juan, der seit einigen Jahren in Österreich das Wissen aus seiner Tradition lehrt und jahreszeitliche Übergangsrituale durchführt, die uns Menschen mit Mutter Erde, Pacha Mama verbinden. Für die Quetschuaindianer gilt, dass der Geist sich nicht verschmutzen lassen kann, er ist rein wie die Sonne. Das was sich verschmutzen kann ist die Seele. Dort sind unsere Begierden und Gefühle. Wie verbindet man das? Mit einem simplen Beispiel. Wenn ich euch fragen würde warum ihr dieses oder jenes gekauft haben, so wäre die Antwort vielleicht, weil es uns gefallen hat. Ah, und genau das ist auch die Antwort. Denn wir sehen an diesem Beispiel, dass die Materie Begierden schafft. Wir sehen wie das Äußere uns beeinflusst. Wie das Äußere das beeinflusst, was wir Wunsch nennen. Gesundheit und Spiritualität sind also sehr eng miteinander verbunden. Ohne zu vergessen, dass es oft sehr viele negative Begierden gibt. So ist es nur folgerichtig, dass sich daraus eine Krankheit ableitet. Wenn wir uns heilen wollen, so brauchen wir eine Selbstdisziplin, eine gewisse Strenge mit uns selber um konkret darauf zu antworten. (Kánchaq Uma Juan zum Thema Gesundheit und Spiritualität)

Sendungsgestaltung: Andrea Hiller

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